Was ist Mensa?
Mensa ist ein weltweiter Zusammenschluß intelligenter Menschen. Für die Aufnahme in den Verein ist ein bestimmter Intelligenzquotient (IQ) erforderlich. Eintreten kann, wer bei einem anerkannten, überwachten Test ein besseres Ergebnis erreicht, als es 98 Prozent der Bevölkerung erzielen würden. Andere Kriterien für die Aufnahme gibt es nicht. Deshalb finden Sie bei Mensa ganz verschiedene interessante Personen, die viel zu erzählen haben - und solche Persönlichkeiten machen den Verein spannend.Wie es anfing
1946 saßen ein Engländer und ein Australier zufällig zusammen in einem Zug, der durch die zerbombten Vororte Londons ratterte. Den beiden kam die Idee, Intelligenz für den Frieden und zum Wohle der Menschheit einzusetzen. Ihrem Club gaben sie den Namen Mensa (lat. Tisch), denn ihr Ziel war, intelligente Menschen an einen Tisch zu bringen. Gleichzeitig steckt in dem Namen das lateinische Wort "mens", das soviel wie Geist oder Verstand bedeutet. Aus der "verrückten" Idee der Gründer ist heute ein Verein entstanden, der in 80 Staaten der Welt rund 100.000 Mitglieder hat (Stand April 2001).Der deutsche Ableger von Mensa wurde 1979 gegründet. Als Mensa in Deutschland (MinD) 1981 ins Vereinsregister eingetragen wurde, zählte der Verein 45 Mitglieder - inzwischen sind es über 2700. (Stand Anfang 2001). Im Großraum Leipzig gibt es ca. 50 Mitglieder (Stand Anfang 2003).
Die Mitgliedschaft in der internationalen Gemeinschaft Mensa ist unabhängig von Nationalität, Rasse, Religion und sozialer Herkunft. Mensa erstrebt keinen materiellen Gewinn und ist weder von Religionen noch von Weltanschauungen abhängig. Der Verein hat sich nach dem Grundsatz "Mensa itself holds no opinions" ("Mensa selbst vertritt keine Meinung") zu strikter Neutralität verpflichtet. Meinungen haben nur die Mitglieder - und zwar ganz verschiedene. Das führt immer wieder zu spannenden Diskussionen.
Was "tut" Mensa ?
Mensa will intelligente Menschen in Kontakt bringen und die Intelligenzforschung fördern. Diese Ziele sind in den Satzungen von Mensa International (Sitz: London) und MinD verankert.Mensa bietet jedoch nur einen Rahmen - mit Leben füllen müssen ihn die Mitglieder. Das Angebot ist breit, die Liste der Aktivitäten lang - jede und jeder können mitmachen, aber niemand muß teilnehmen. Ob jemand Zeit und Lust hat, zu Treffen zu gehen, kontaktfreudig oder eher zurückhaltend ist, spielt für die Zugehörigkeit zum Verein keine Rolle. Auch introvertierte Menschen finden bei Mensa ihren Platz. Weniger aktive Mitglieder können den Kontakt zum Verein beispielsweise über die Mitgliederzeitschrift, die Ortsblätter oder private Kontakte halten.
Intelligenz und Persönlichkeit
Intelligenz ist eine von vielen Facetten des Menschen. Ein hoher IQ ist deshalb kein Anlaß zu intellektueller Arroganz (wer auf einem Mensatreffen mit seinem IQ angeben will, wird dasselbe Problem haben wie der Exhibitionist am Nacktbadestrand: Keiner guckt.).Mensa-Mitglieder haben lediglich einen hohen IQ gemeinsam, im übrigen unterscheiden sie sich nicht von ihren Mitmenschen: Es gibt bei Mensa dünne und dicke, große und kleine, schöne und häßliche, faule und fleißige, taktlose und diskrete, bedachte und leichtsinnige Mitglieder.
Sagenumwoben: Der IQ
Der Intelligenz-Quotient ist das Ergebnis der mittels eines Intelligenztests vorgenommenen Messung. Nicht alle Verfahren benutzen dieselbe Skala, deshalb muß man den Test kennen, um ein erzieltes Ergebnis zu bewerten. Das ist nicht anders als bei Temperaturangaben: Der Meßwert "20 Grad" sagt wenig, solange nicht klargestellt wird, ob "Celsius" oder "Fahrenheit" gemeint ist. Der IQ wird allgemein als Maßstab für Intelligenz verstanden, doch ein Test kann nur bestimmte Fähigkeiten untersuchen, etwa logisches Denken oder räumliches Vorstellungsvermögen.Andere Aspekte der geistigen Leistungsfähigkeit entziehen sich dagegen einem standardisierten Untersuchungsverfahren. Das gilt für die Kreativität, aber auch für die sogenannte soziale Intelligenz, die ein Mensch beim Umgang mit anderen an den Tag legt. Kein Test kann feststellen, ob jemand mit seinen Mitmenschen "richtig" umgeht - obwohl gerade diese Fähigkeit von großer Bedeutung für das Zusammenleben ist. Trotz der bekannten Unzulänglichkeiten bleiben IQ-Tests aber das beste Untersuchungsinstrument für die Intelligenz, das uns zur Verfügung steht. Für Kinder wurden eigene, dem Alter angepaßte Tests entwickelt.
Spaß mit der Intelligenz
Jawohl, Sie haben richtig gelesen, es geht bei Mensa auch - nicht nur - um das Vergnügen, den eigenen Kopf zu benutzen, und vielleicht überraschende Antworten auf scheinbar längst geklärte Fragen zu finden. Als Beispiel für solche Gedankengänge sei hier der Fall eines Amerikaners angeführt, der auf die Frage nach dem höchsten Berg der Erde seine eigene Antwort fand. Bevor Sie jetzt im Atlas blättern, an den Mount Everest oder den K2 denken: Der Mann ermittelte den Chimborazo.Wie das? Ganz einfach:
Er berechnete die Entfernung des Gipfels vom Erdmittelpunkt statt - wie üblich - die Höhe über dem Meeresspiegel. Nun kam die Fliehkraft der Erdumdrehung ins Spiel. Die führt nämlich dazu, daß der Durchmesser der Erde am Äquator etwa vierzig Kilometer größer ist als zwischen den Polen. Ein Kreis um das Zentrum der Erde, der die Spitze des Chimborazo gerade berührt, geht deshalb mehrere Kilometer über den Gipfel des Mount Everest hinweg.
Intelligenz - und Beton
Was ist Intelligenz? Darüber streiten die Gelehrten, und die Laien spekulieren. In der Wissenschaft gibt es ausführliche Umschreibungen wie die, Intelligenz sei "der Zustand der psychischen Funktionen (Gedächtnis, Lernfähigkeit, Wahrnehmungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Wille) bei der Bewältigung neuer Aufgaben", aber auch die Kurzformel "Intelligenz ist, was der Intelligenztest mißt."Isaac Asimov (1920-1992), Biochemiker, Science-Fiction-Autor und Ehren-Vizepräsident von Mensa, hat die Schwierigkeiten der Beschreibung und Messung von Intelligenz so formuliert:
"Das menschliche Gehirn ist [ . . . ] unvergleichlich komplexer als etwa ein Stern; und darum wissen wir auch so viel mehr über Sterne als über das menschliche Gehirn. Und der komplexeste Aspekt des menschlichen Gehirns ist seine Intelligenz."
Eine fundierte Diskussion über das vielschichtige Thema Intelligenz erfordert umfangreiche Fachkenntnisse über den Stand der Forschung. Um nicht zu "akademisch" zu werden, soll hier der Mensaner zu Wort kommen, der in Anlehnung eines früheren Werbeslogans augenzwinkernd meinte, Intelligenz sei wie Beton: "Es kommt darauf an, was man daraus macht." Intelligenz ist eine Gabe, die man nutzen oder verkümmern lassen kann.